Hauptinhalt

Welcher Kulturgruppe gehörte er an?

Welcher Kulturgruppe gehörte er an?

So einmalig der Fund auch ist, so problematisch gestaltet sich seine kulturelle Zuordnung. Insbesondere das Fehlen von Keramik erschwert diesen Versuch.

In vorgeschichtlicher Zeit äußert sich die kulturelle Zugehörigkeit nämlich vor allem in typischen Gefäßformen und -verzierungen. Die wenigen kupferzeitlichen Funde im Raum des heutigen Südtirol ordnen das Gebiet der ersten eigenständigen alpinen Kulturgruppe „Tamins-Carasso-Isera 5“ zu.

Diese Gruppe, die sich Ende des 4. Jt. v. Chr. herausgebildet hat, ist durch einfache zylindrische Keramikgefäße mit Leisten, Kerben und Punktreihen charakterisiert. Die Toten wurden in Mehrfachbestattungen unter Felsvorsprüngen oder in Grotten begraben.

Gleichzeitig ist jedoch ein starker Einfluss der zeitgleich in der Poebene beheimateten Remedello Kultur spürbar. Diese Kultur ist nach dem Gräberfeld Remedello Sotto südwestlich des Gardasees benannt. Die Gräber bestehen aus ovalen Erdgruben. Als Beigaben in Männergräbern fanden sich Pfeilspitzen, Dolche, Beile und vereinzelt Schmuck. Soziale Unterschiede lassen sich klar erkennen – nur 17% der Beile und 13% der Dolche waren mit einer Klinge aus Kupfer ausgestattet. Die übrigen sind aus Serpentin bzw. Silex gearbeitet. Die Beigaben einiger Gräber weisen eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Ötzis Ausrüstung auf.
Von den umliegenden zeitgleichen Kulturgruppen sind vor allem die Horgener Kultur in der Schweiz und die Badener Kultur in Ostösterreich zu nennen. In Bayern waren die Altheimer und die Chamer Kultur verbreitet, deren Ausstrahlung bis in das Tiroler Inntal reichte.