Hauptinhalt

intro image

Blick in den Körper

Eine der größten Herausforderungen bildete die endoskopische Untersuchung der Mumie. Dafür mussten spezielle Präzisionsgeräte aus Titan entwickelt werden, um Verfälschungen der Gewebeproben durch Schwermetalle zu vermeiden.
Zur Probenentnahme aus den inneren Organen wurden Hautfenster am Rücken aufgeklappt. Durch computerunterstützte Navigationshilfen konnten die Proben zielgenau entnommen werden. Eine hochauflösende Spezialoptik dokumentierte die Eingriffe.

Die Reise in das Innere des Körpers kann von den Besuchern im Südtiroler Archäologiemuseum auf Video nachvollzogen werden.
Die inneren Organe sind teilweise stark geschrumpft und haben sich leicht verlagert. Die Lunge des Mannes ist schwarz. Rauchpartikel haben sich durch seinen häufigen Aufenthalt am offenen Feuer in der Lunge festgesetzt. An der Gehirnbasis ließ sich eine schwache Arterienverkalkung feststellen.

Der Darminhalt gibt Aufschluss über die letzte Mahlzeit des Mannes. Er hat einen Brei aus Einkorn, Fleisch und Gemüse zu sich genommen. Das Getreide könnte auch in Brotform gegessen worden sein.
Weltweit arbeiten mehrere Institute und Wissenschaftlerteams noch an der Auswertung der entnommenen Proben.

Erste Untersuchungen der mitochondrialen DNA haben ergeben, dass sich der Mann allgemein der mitteleuropäischen Bevölkerung dieser Zeit zuordnen lässt.